News


 
_________________________

27.01.2017 - Gedenken - BBS II-Schüler zeigen filmische Doku - siehe in: Gedenken 2017

Eine Reise nach Lodz Projekt mit BBS II Emden, www.emden-lodz.de

Stolpersteine auf der Homepage der Stadt Emden, www.emden.de                                 

Letzte Änderung
February 18. 2017 11:05:48
Aktuelle Seite: Start > Exkursionen > Exkursionen 2014

Exkursionen 2014


November 2014

Besuch der Tagung „Institutionen der Erinnerung“  

Gedenkstätte Hannover-Ahlem


Vertreter der Max-Windmüller-Gesellschaft Emden besuchten eine Tagung des Arbeitskreises für die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts im Rahmen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen. Die öffentlich zugängliche 31. Zusammenkunft am 22. November 2014 in der Gedenkstätte Hannover-Ahlem stand im Zeichen der Thematik „Institutionen der Erinnerung“.  Der Sprecher  des Arbeitskreises Prof. Dr. Detlef Schmiechen-Ackermann, Leibniz Universität Hannover und sein Stellvertreter Prof. Dr. Jochen Oltmer, Universität Osnabrück, führten durch das Programm:    

Harald Schmid (Kiel): Das Konzept der „Erinnerungsorte“ zwischen Institution und Metapher     
Jens-Christian Wagner (Celle): NS-Gedenkstätten als Erinnerungsorte
Anette Blaschke (Hannover): Kulturelles Erbe und Cultural Heritage Industry
Barbara Christophe (Braunschweig): Schulgeschichtsbücher als Institutionen der Erinnerung

Stefanie Burmeister, Leiterin der Gedenkstätte Ahlem, führte durch das am 23. Juli 2014 von der Region Hannover von Grund auf renovierte Haus. Ab 1893 wurden in Ahlem in der Israelitischen Gartenbauschule an der Heisterbergallee jüdische Jungen und Mädchen im Gartenbau und Handwerksberufen ausgebildet. Ab 1941 wurde die Bildungsstätte von den Nationalsozialisten missbraucht als Sammelort für den Transport in die Todeslager in Osteuropa. 2946 Menschen wurden von Ahlem aus in den Tod geschickt. 1943 wurde ein „Polizei-Ersatzgefängnis“ eingerichtet für Sinti und Roma, Zwangsarbeiter und politische Häftlinge. Bis zur Befreiung im Jahr 1945 wurde die Gartenbauschule zu einem Ort von Folter und Mord. In dem ehemaligen Wohnhaus des Direktors wurde ein sehenswertes Informations-, Bildungs- und Gedenkzentrum installiert, welches die Schrecken der NS-Zeit am Beispiel von Ahlem exemplarisch mit medial aufbereiteten Zeitzeugenberichten beeindruckend dokumentiert.

Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergallee 8, 30453 Hannover-Ahlem, Tel. 0511-616-23745                                        www.hannover.de/Media/02-GIS-Objekte/Lokationsdatenbank/Region-Hannover/Gebäude/Gedenkstätte-Ahlem


Juni 2014

Max-Windmüller-Gesellschaft mit Schülern in Westerbork

Schülerinnen und Schüler der Herrentorschule Emden und der BBS II Emden

Als Dankeschön für den Einsatz bei der Stolpersteinaktion in Emden und bei dem Lodzprojekt hat die Max-Windmüller-Gesellschaft Schülerinnen und Schüler der BBS II Emden und der Herrentorschule Emden eingeladen, am 5. Juni 2014 eine Exkursion in das Erinnerungs-Zentrum Kamp Westerbork (www.kampwesterbork.nl) in den Niederlanden zu unternehmen. Angelika Grave nahm die Einladung mit 24 Schülern der Klassen 9 und 10 der Realschule Herrentor an.  Gero Conring von der BBS II Emden nutzte mit Schülern des Beruflichen Gymnasiums der Jahrgänge 11 und 12 die Gelegenheit, Archivmaterial des Roten Kreuzes zu recherchieren in Hinsicht auf Emder Juden, die über das Durchgangslager Westerbork in die Todeslager nach Polen deportiert wurden. Das von der niederländischen Regierung erstellte Internierungslager für jüdische Immigranten aus Deutschland und Österreich wurde nach der Besetzung durch die Deutschen von der SS als Durchgangslager für alle Juden in den Niederlanden genutzt. Auch Anne Frank wurde mit ihrer Familie von hier aus nach Bergen-Belsen deportiert. Ebenso wurde Max-Windmüller mit seiner Familie in das Lager eingeliefert. Er konnte sich aber vor der Registrierung als einer der wenigen Flüchtigen unter schmutziger Lagerwäsche aus dem Lager heraustransportieren lassen. Auf den gesichteten Karteikarten wurde neben dem Einlieferungsdatum das Datum der Deportation in den Osten vermerkt. Bei Karl de Beer aus Emden waren das der 20.06.1943 und der 7.9.1943, also etwas mehr als vierzehn Tage Aufenthalt im Lager. Vorher war er nach der Ausreise aus Deutschland in Amsterdam wohnhaft. Im Lager wurde bewusst ein scheinbar normaler Alltag mit Schule, Krankenhaus und jüdischer Selbstverwaltung aufrecht erhalten. Keine Grausamkeit sollte die Menschen im Lager verunsichern und auf das tatsächliche Schicksal im Osten Rückschlüsse zulassen. Besonders beeindruckte die Schüler in diesem Zusammen das Beispiel eines kränklichen Babys, welches mit viel Aufwand in einem damals in den Niederlanden neuartigen Inkubator aufgepäppelt wurde. Drei Monate später wurde das Neugeborene mit der Mutter nach der Ankunft in Ausschwitz vergast. Alina Büker meinte dazu: „Wie böse, wie perfide muss der Mensch sein, der in dem Wissen von der späteren Deportation die Genesung des Babys in die Wege leitet. Der Zweck bestand ja wohl nur darin, den anderen Lagerbewohnern zu zeigen, dass man alles unternehme für die Schwachen und Kranken!“ Als Vertreter der Max-Windmüller-Gesellschaft begleiteten Traute Hildebrandt, Edda Melles und Dr. Rolf Uphoff die Schüler, vom Arbeitskreis Stolpersteine war Johanna Adickes dabei.

Arbeit mit Archivmaterial im Erinnerungszentrum Westerbork

OZ 11.06.2014                 EZ 17.06.2014                www.bbs2-emden.de



Februar 2014

Schabbat in Oldenburg


Von links: Dr.Rolf Uphoff, Ode Bokker, Adrian Bieneck, Ketsarin                                                                                                                 Premprasert, Antje Zents, Gero Conring vor der Synagoge.


Vertreter der Max-Windmüller-Gesellschaft und der BBS II Emden besuchen die Jüdische Gemeinde in Oldenburg.


Am Sonnabend, dem 22. Februar 2014, besuchten der Vorstand der Max-Windmüller-Gesellschaft und die Schüler Adrian Bieneck, Ode Bokker, Ketsarin Premprasert und Antje Zents (Berufliches Gymnasium der BBS II Emden, Jahrgang 13) im Rahmen des Werte- und Normen-Unterrichtes den Schabbat-Gottesdienst in Oldenburg. Der von weiblichen und männlichen Gemeindemitgliedern gleichermaßen gestaltete Gottesdienst hinterließ bei den Emdern einen tiefen Eindruck. Die meditative Kraft des Gottesdienstes wurde besonders in den Phasen der Rezitation aus der Thora spürbar. Der hebräische Text konnte von allen Anwesenden in der deutschen Transkription des Pentateuch nachvollzogen werden. Die Rabbinerin Alina Treiger ging im Verlauf des Gottesdienstes freundlicherweise auf die Besucher des Gottesdienstes ein, um kurze Hinweise zum Ablauf zu geben. In der Predigt thematisierte sie das Gebot, den Schabbat als Tag des Gottesdienstes und der Ruhe einzuhalten. Nach dem Gottesdienstes wurden die Gäste eingeladen in das Gemeindehaus zu einem gemeinsamen Essen und anschließenden Gesprächen. In einem kurzen Vortrag präsentierte Gero Conring die Arbeit der Max-Windmüller-Gesellschaft und das Projekt „Eine Reise nach Lodz“. Die Schülerinnen und Schüler informierten sich im Anschluss intensiv bei den Gemeindemitgliedern über das Leben in der Jüdischen Gemeinde in Oldenburg.


Die  jüdische Gemeinde zu Oldenburg wurde im August 1992 wieder gegründet. Die Gründungsversammlung sprach sich für die Gleichberechtigung der Geschlechter aus, was in der jüdischen Welt durchaus kritisch gesehen wurde. Eine ehemalige Baptistenkirche an der Wilhelmstraße wurde mit Mitteln der Stadt Oldenburg saniert und der jüdischen Gemeinde zur Verfügung gestellt, so dass die Gemeinde im März 1995 eine „neue Synagoge“ beziehen konnte. Die mittlerweile über dreihundert Mitglieder starke Gemeinde wurde in den ersten drei Jahren ihres Bestehens von Landesrabbiner Dr. Henry Brandt betreut. Der Zuwachs der Gemeinde kam besonders durch die  Zuwanderung aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion zustande. Von 1995 bis 2004 leitete Bea Wyler als erste Rabbinerin in Deutschland die Reformgemeinde in Oldenburg. Sie wurde im Mai 1995 in dem über hundert Jahre alten Jewish Theological Seminary New York als Rabbinerin ordiniert. (Regina Jonas, die als erste Jüdin in Deutschland in der langen Historie des Judentums 1935 ordiniert wurde, erhielt seinerzeit nur eine Stellung als Lehrerin in der Berliner Gemeinde). Im Reformjudentum in Nordamerika sind Rabbinerinnen bereits seit Anfang der siebziger Jahre üblich. Von 2006 bis 2008 folgte Rabbiner Daniel Alter. In einer zweijährigen Übergangszeit lag die Zuständigkeit für alle rabbinischen Entscheidungen beim Landesrabbiner Jonah Sievers. Im November 2010 übernahm Alina Treiger das Amt der Rabbinerin der Jüdischen Gemeinde Oldenburg. Sie studierte am Abraham-Geiger-Kolleg der Universität Potsdam, welches auch Frauen eine akademische Ausbildung zur Rabbinerin und zur Kantorin ermöglicht. Am 4. November 2010 wurde Alina Treiger in Berlin-Charlottenburg, gemeinsam mit zwei männlichen Kommilitonen, zur Rabbinerin ordiniert.