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27.01.2017 - Gedenken - BBS II-Schüler zeigen filmische Doku - siehe in: Gedenken 2017

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Stolpersteine auf der Homepage der Stadt Emden, www.emden.de                                 

Letzte Änderung
February 18. 2017 11:05:48
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Wir trauern um

Eliahu Blum

29. Juni 1920 - 12. März 2015



Wir erhielten die traurige Nachricht, dass Eliahu Blum, Sohn des letzten Emder Rabbiners Dr. Samuel Blum, am gestrigen 12. März 2015 in Tel Aviv im Alter von 94 Jahren verstorben ist.
Wieder ist mit Eliahu Blum ein Überlebender des Holocaust und Zeitzeuge von dieser Welt gegangen.
Der Verstorbene war der dritte Sohn des Rabbiners Dr. Samuel Blum und seiner Frau Elfriede, geb. Breslauer. Das Licht der Welt erblickte er in Pleschen, das im damaligen sogenannten Korridor zwischen Pommern und Ostpreußen lag. Im Friedensvertrag von Versailles hatte das Deutsche Reich dieses Gebiet  wieder erstandenen Polen abtreten müssen. Im Alter von 3 Jahren verließ Eliahu Blum mit seinen Eltern Pleschen, weil sein Vater die Rabbinerstelle in Emden bekommen hatte.
Er durchlief die jüdische Schule und wurde zur 5. Klasse von seinen Eltern auf das humanistische Wilhelmsgymnasium geschickt. Als nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 die Verfolgung und Diskriminierung der jüdischen Minderheit begann und ein weiterer Besuch des Wilhelmsgymnasiums nicht mehr möglich war, schickten ihn seine Eltern auf ein jüdisches Realgymnasium in Breslau. Hier legte er 1938 die Abiturprüfung ab. Wie viele junge Juden in Deutschland hatte Eliahu Blum sich entschlossen, nach Palästina auszuwandern. Dabei spielte auch seine vom Vater übernommene zionistische Überzeugung eine Rolle. Eliahu absolvierte ab Frühjahr 1938 die Vorbereitung zur Auswanderung im Hachscharah-Lager Gehringshof bei Fulda. Nach der Pogromnacht wurde er mit anderen Absolventen der Hachscharah am 10. November 1938 ins KZ Buchenwald eingewiesen. Im Dezember 1938 erfolgte die Entlassung aus dem KZ. Ende Dezember 1938 reiste er mit seinen Eltern aus Emden in die Niederlande. Seine Eltern reisten von dort am 8. Januar 1939 nach Palästina, denn seinem Vater war es gelungen, für sich, seine Frau und Geschwister Eliahus, Pnina und Michael ein Zertifikat für die Einwanderung in Palästina zu erhalten. Am 16. Mai 1939 konnte Eliahu nach England einreisen, wo er in einer zionistischen Organisation die Vorbereitung für ein Leben in Palästina fortsetzte. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde der Rabbinersohn interniert und durchlief verschiedene Lager bis nach Kanada. Während der Internierungszeit lernte er seine spätere Frau Tamara kennen. 1944 konnte er in Haifa palästinensischen Boden betreten. Bis 1983 lebte er mit seiner Frau und der Familie in einem Kibbuz. Seither lebte er in Tel Aviv.
1982 besuchte er mit einer Gruppe Holocaustüberlebender oder aus Emden vertriebener Juden seine ehemalige Heimatstadt. Eliahu Blum hielt den Kontakt nach Emden mit Marie Werth und Marianne Claudi aufrecht. Eliahu Blum war sehr angetan von den Aktivitäten des Arbeitskreises „Juden in Emden“, aus dem die Max-Windmüller-Gesellschaft hervorging. Er ermuntert, auf dem Weg der Aufarbeitung der Geschichte von 1933 bis 1945 fortzufahren und vor allem die Jugend über den Holocaust aufzuklären.
Die Max Windmüller-Gesellschaft verneigt sich in stiller Trauer vor einem Zeitzeugen und Opfer des Nationalsozialismus, der seiner Heimat verbunden geblieben ist.
Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens - Amen!

Der Vorstand der Max-Windmüller-Gesellschaft.


Vorwort von Elihau Blum zur Publikation von Gesine Janssen: ... ein leuchtendes Beispiel für Menschenliebe

Emder Zeitung, 17. März 2015 - Nachruf                           

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Wir trauern um

Marianne Claudi

11. Juli 1933 –  3. Juli 2014


Marianne Claudi war über lange Jahre die treibende Kraft in der Aussöhnung mit den aus Emden stammenden Juden, die den Holocaust überlebt haben. Sie hat Kontakte nach Israel hergestellt, die bis heute Bestand haben. Zusammen mit ihrem Mann Reinhard verfasste sie die Publikation „Die wir verloren haben – Lebensgeschichten Emder Juden“. Dieses Werk bildet eine wichtige Quelle für die Erinnerungsarbeit  in der Stadt Emden. Mit großem Enthusiasmus  sind die anrührenden Geschichten von Emdern erzählt, die in dunkler Zeit keine Deutschen, keine Ostfriesen und keine Emder mehr sein durften. Der jüdische Friedhof lag Marianne Claudi sehr am Herzen. Über diesen Ort als letzte authentische Stätte, die an eine der größten jüdischen Gemeinden in Nordwestdeutschland erinnert, schrieb sie ihr letztes Buch „Unter jedem Grabstein eine Weltgeschichte“, das 2007 erschien.

Marianne Claudi gehörte zu dem Kreis Emder Persönlichkeiten, der sich für eine konstruktive Aufarbeitung der Geschichte der jüdischen Minderheit in Emden während der NS-Diktatur einsetzte. Sie war eines der Gründungsmitglieder des Arbeitskreises „Juden in Emden“, der sich im Oktober 1993 als Verein konstituierte. Dem Arbeitskreis gelang es, das Gedenken zum 09. November 1938 („Reichspogromnacht“) als dauerhafte Veranstaltung in Emden zu verankern. Sie setzte sich für das Mahnmal auf dem jüdischen Friedhof in Emden und für die Erhaltung des Friedhofes ein. Darüber hinaus hat sie historisch-wissenschaftliche Arbeiten über die jüdische Gemeinde in Emden angeregt und gefördert.

Marianne Claudi hat sich um unsere Gesellschaft und um Emden verdient gemacht.

Der Vorstand der Max-Windmüller-Gesellschaft.


Emder Zeitung, 8. Juli 2014 - Nachruf                      Emder Zeitung, 8. Juli 2014 - Anzeige